Capítulo 32 de 34
· 32
Als er sich eine Weile auf einem großen Felsblock niederließ, der sich unter einem überhängenden Felsen inmitten der großen Ebene von Ram bu befand, brachten viele Daka unter Verneigungen Spenden mannigfacher begehrenswerter Gaben dar und um- wandelten ihn erfurchtsvoll, so daß in einem Steine zwei Fußspuren der Daka zurück- blieben, worauf sie wie ein verblassender Regenbogen verschwanden.
Deinde cum aliquantum itineris progressus esset, in illa, qua larvae lemuresque transformationes magicas ostenderant, via, muliebria multa et magna ubique vide- bantur. Milaraspa ille venerabilis vi magica sua videndo peni sedato iter perrexit. Eodem loco quo vestigia novem evanescebant, cum membrum, ut sucus eius conflueret, in saxo perfricasset, vultu magico oculos in locum convertit, quoad praestigiis finem afferret, unde locus ille appellatur La dgu lung dgu, id est „Furcae novem, Valles novem".
Als er seinen Weg fortsetzte, um nach Gnas othil zu gelangen, ging ihm wieder der vorher genannte Bharo entgegen, brachte ihm Ehrengaben dar und errichtete in dem Verlangen nach einem religiösen Vortrag eine Kanzel. Wiederum predigte der Ehr- würdige über viele Dogmen der Vergeltungslehre, bis er endlich in einem vor der Kanzel befindlichen großen Felsblock verschwand.
Darauf begab sich der Ehrwürdige nach Gnas othil, wo er in froher Stimmung einen ganzen Monat lang zubrachte. Dann kehrte er nach Rtsar ma in Gna nam zurück, und als er in <>Dre lung skyog mo selbst war, sagte er zu den Gabenspendern: „Ich habe die Dämonen bekehrt und will jetzt in meine Betklause zurückkehren; zuerst will ich gehen und mich der Beschallung hingeben." Da wurden sie alle des Glaubens voll.
Dies ist das Kapitel von der Reise nach dem La phyi oder von dem Flusse Chu bzang.
Zur vorliegenden Neuausgabe bemerken wir im Einzelnen noch Folgendes:
Die Einleitung ist der Vorrede des Übersetzers in den Denkschriften der Wiener Akademie, phil.-histor.Kl., Bd. 48 (1902), Abhandlung II entnommen.
Die Legenden I-V des Neudrucks entsprechen den 1902 in den „Denkschriften" erschienenen Erzählungen, denen die beiden im Archiv für Religionswissenschaft, Bd. 4 (1901) veröffentlichten Legenden als VI. und VII. angeschlossen sind.
Um Wiederholungen in den Überschriften zu vermeiden, ist der Titel der VII. Legende: „Milaraspa auf dem La phyi" in: „Milaraspa am Flusse Chu bzang" geändert worden.
Wo der Text der Neuausgabe sachlich von dem des Erstdrucks abweicht, beruhen diese Abweichungen auf brieflich mitgeteilten Verbesserungen des Übersetzers, die hier verwertet wurden.
Die Numerierung der einzelnen Gesänge wurde weggelassen.
Endlich wurden der Neuausgabe unter Mitbenutzung der Noten des Erstdruckes die folgenden erklärenden Anmerkungen hinzugefügt:
Zu Seite 7: H. A. Jäschke: Handwörterbuch der tibetischen Sprache (Gnadau 1871-75), Seite 419a.
8: Jäschke: Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft, Bd. 23, Seite 543.
10: Rnam thar: Eine ganz in Prosa geschriebene Biographie des Milaraspa.
11: Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, Buch 11, Kap. 3.
Naro oder Naropa: der Lehrer des Marpa, der wiederum Lehrer des Milaraspa war. (Vgl. Einleitung, Seite 10.) 14: Saga-Monat: Der auf den Pferd-Monat folgende 4. Monat des Jahres 1086. CVgl. Einl. Seite 9.) Lama: Oberer, Abt, Titel der tibetischen Mönche besonders höheren und höchsten Grades. Yogin: Yoga- Anhänger, Heiliger, Asket.
Caitra: d. h. der Monat, in dem der Vollmond in einer bestimmten „Citra" genannten Konstellation steht. 15: Daka: In der Gebirgswelt hausende und in der Luft wandelnde mythische Wesen. 17: Brahmaputra: d. h. „Sohn des ([höchsten indischen Gottes) Brahman", einer der größten Ströme Asiens von 2900 km Länge, der an der tibetischen Seite des Himalaya entspringt und sich schließlich mit dem Ganges vereinigt. Schwarzköpfig: häufiges Attribut der Menschen (besonders auch in mongolischen und türkischen Heldensagen). 18: Die Übersetzung der beiden Verse: Dem übelgesinnten Feind bin ich nie entflohen und Vorbereitungen sind dadurch unnütz gemacht ist unsicher. S i d d h a: Ein Vollendeter, ein großer mit übernatürlicher Macht begabter Heiliger. CVgl. Seite 54.) 19: Bang rim: Der treppenförmige Teil eines Stupa oder buddhistischen Grabmals. Die Übersetzung: mit großen Gaben (?) ist zweifelhaft. Siddhi: Vollendung, Erfüllung. Nidana: Die Grundlagen der Existenz. 20: Die Übersetzung: Der Gipfel befriedigender (?) ist unsicher.
Zu Seite 22: Wenn er ergriffen wird: wohl von dem Epilepsie verursachenden Planetendämon, der herabsteigt, um von dem Wasser zu trinken, in welches das eine Ende des Regenbogens getaucht ist.
Yoga: Die als praktische Seite der dualistischen Samkhya-Philosophie gelehrte „Yoga- Praxis", das Streben, durch Unterdrückung der Sinnlichkeit und durch Meditation die Vereinigung mit Gott und damit die Herrschaft über die Materie zu erlangen.
Buddha: ein Erleuchteter, Weiser, der durch vollendete Ergründung der Wahrheit jenseits von Gut und Böse steht.
Preta: Die Seelen der Abgestorbenen, Manen.
Asura: Halbgötter, Dämonen. 23: Bodhi: Die Erleuchtung, die dem Buddha zuteil gewordene Erkenntnis.
Chylus: Der Milchsaft der Lymphgefäße des Darmes.
Rin po che: „Edelstein", Titel jedes höheren Lama's.
27: Felsen-Rakshasi: eine auf Felsen hausende Teufelin, Dämonin.
Rahu: berüchtigter Dämon der indischen Mythologie, ein Feind der Sonne und des Mondes, die er nach indischem Glauben beizeiten verschlingt. CVgl. Seite 29/)
28: Manasarovara: Ein vielgepriesener heil'ger See am Götterberge Kailasa im Himalaya. Der Name bedeutet: Manasa (»der aus dem Geiste [Brahman's] Erzeugte"), der schönste der Seen. Wie berechtigt diese Bezeichnung ist, beweisen auch neuerdings die begeisterten Schilderungen Sven Hedins (Transhimalaja, Leipzig 1909-12, Bd. 2, Seite 91, 95; Bd. 3, Seite 170 ff.)- Man vergleiche auch das wundervolle Titelaquarell Hedins zum 3. Bande seines Werkes! Interessant ist, daß Milaraspa in bezug auf das Epitheton ornans „Türkissee" mit dem großen Forschungsreisenden übereinstimmt, welch letzterer aaO., Bd. 3, Seite 170 schreibt: „Auf Erden gibt es keinen schöneren Ring als den, welcher den Namen Manasarovar, Kailas und Gurla-mandatta trägt; er ist ein Türkis zwischen zwei Diamanten."
Rishi: Heiliger, Weiser, Seher. 31: Dhyana: Meditation, religiöse Betrachtung, mystisches Schauen.
32: Zung ojug: Kunstausdruck der praktischen Mystik, das Hineinzwängen des Geistes in die Hauptarterie, um bei der Meditation der Zerstreuung vorzubeugen. CVgl. Seite 23, Vers 5-9.)
Usa las flechas ← → del teclado para pasar de capítulo.