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Capítulo 18 de 34

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Ist ein Führer, um die Selbstzucht zu bezwingen.

Ist ein Führer, um die Bodhi zu erreichen.

Begehre ich, auf Byang chub rdzong zu verweilen.

Als er so gesprochen, begab er sich an das obere Ende von Rag ma. Der Ort unter- halb davon heißt Byang chub rdzong. Darauf verweilte dort der Ehrwürdige, in die Betrachtung des fließenden Wassers vertieft. Einstmals geschah es, als die Mitternacht heranrückte, daß Töne ven Kriegstrompeten und Losungsworte in großer Zahl hörbar wurden. Da dachte er, ob vielleicht ein Feind über die Einwohner hereingebrochen sei, und als er sich darüber einer sein tiefstes Mitleid regenden Betrachtung hingab, kam es immer näher und näher. Ein großes rotes Licht leuchtete vorbeifahrend auf, und während er sich noch besann, was es sein möchte, schaute er hin: siehe, da war die ganze Fläche von Feuer bedeckt, unter dem Erde und Luft ganz verschwanden. Schrecken erregende Heerscharen waren da, die das Feuer anzündeten, Wasser in Be- wegung setzten, Berge hinabschleuderten, Erdbeben, stechende Waffen und andern mannigfachen Spuk erscheinen ließen. Insbesondere zerstörten sie seine Grotte und stießen mißtönende Worte aus. Da stieg dem Ehrwürdigen der Gedanke auf: „Das sind die Nachstellungen und Verhöhnungen der Geister." Und weiter dachte er: „Achl Seit undenklicher Zeit haben sie schlechte Werke aufgehäuft und wandeln am Orte der sechs Klassen der Wesen. Unter ihnen gibt es welche, die unter den in der Luft herum- ziehenden Preta wiedergeboren werden. Böse Gedanken sinnend, voll roher Schaden- freude, stellen sie dem Leben vieler Wesen nach und gehen nur darauf aus, Harm zu stiften. Ach, ich bedaure sie, die ohne Befreiung in der Hölle wiedergeboren werden und unerträgliche Qualen erdulden müssen." In diesem Gedanken trug er folgendes Lied vor:

Dem sprachgewandten Marpa zu Füßen verneige ich mich!

Auf daß ich dessen, welcher die dem Himmel gleich zahllosen Geschöpfe

Kennt, des Buddha Würde erlange, möge er mich segnen!

Ihr hier versammelten Yaksha und Gespenster,

Ihr in der Luft wandelnden Scharen der Daka,

Ihr Preta, deren Sinn nur auf Speise gerichtet ist,

Durch die gereifte Vergeltung euerer sündigen Werke

Seid ihr gegenwärtig im Leibe der Preta wiedergeboren,

Und weil ihr zu dieser Zeit anderen Schaden zufügt,

Werdet ihr später im Ort der Hölle wiedergeboren werden.

Dieses die Vergeltung nur in kurzem Umriß behandelnde Lied

Habe ich, soweit für das Verständnis erforderlich, verfaßt.

Ich, der Sohn des Lama, welcher der Ueberlieferung anhängt,

Bin in den geistlichen Stand getreten, als dieGrundlage, derGlaube, erzeugt war;

Habe Bußübungen vollzogen, als ich die Werke und ihre Frucht erkannte.

Nun, da ich den rechten Pfad durch meinen Eifer gewonnen, sehe ich kraft

der Meditation Das innere Wesen des Sinnes der Vergeltung. Ich weiß, daß alle Erscheinungen eine Täuschung sind. Von der Krankheit der Eigensucht bin ich befreit, Die Fesseln des das Ergriffene festhaltenden Samsara sind durchschnitten. Den Thron des unveränderlichen Dharmakaya habe ich in Besitz genommen- An dem vom Denken losgelösten Yogin Scheitert eure Schadenfreude. Sein Leib ist zwar ermattet und erschöpft,

Doch das bewirkt, daß in seinem Sinn aufs neue der Zorn erwacht. Da mein Wesen die treibende Ursache ist,

Wenn auch zahlreicher als ihr Dämonen, von der Welt des Brahma Bis zu den achtzehn Höllenreichen

Die sechs Klassen der Wesen als Feinde wider mich aufstünden, Könnte mir der bloße Gedanke an Furcht nimmermehr kommen. Die ihr nun hier versammelt seid, Yaksha und Gespenster, Ihr habt durch Zauberkraft und Gaukelei ein Heer hervorgebracht; Wenn ihr, ohne mir Schaden zuzufügen, Von hier anderswohin abziehen werdet, So sind all eure früheren Bemühungen unnütz, Immer wieder müßt ihr Scham empfinden. Auf, frisch ans Werk, frisch ans Werk, ihr Koboldscharen!

Als er so gesprochen, brachte er sie durch den Glauben an die Lehre zur Ruhe. Die Koboldscharen wurden gläubig, bezeigten ihm Verehrung, umwandelten ihn oft- mals und setzten seinen Fuß auf ihren Scheitel. „Daß du ein Yogin bist, der die Festig- keit erlangt hat, wußten wir nicht. Wir bitten daher, uns die früheren Verhöhnungen zu verzeihen. In Zukunft wollen wir alle deine Befehle vollziehen; gewähre uns bitte

doch ein wenig religiöse Belehrung", sagten sie. Der Ehrwürdige sprach: „Wohlan, begeht keine Sünden, übt herrliche Tugenden 1" Als er so gesagt hatte, erzählten sie ihm ihre Umstände. Dann weihten sie ihm Leben und Herz und versprachen ihm, Diener seines Wortes zu sein, worauf sie an ihren Ort zurückkehrten. Es waren die nährende Göttin von Mang yul und die Ortsgottheit des Berges Dpal <>bar. Der Ehr- würdige dachte: „Nachdem die Ortsgottheit des Berges Dpal <>bar hier erschienen ist, brauche ich nicht absichtlich zur Meditation auf den Berg Dpal obar zu gehen." So verweilte er denn einige Tage an jenem Orte, und als seine Meditation sehr stark wuchs, stimmte er folgendes Lied an:

Weile ich, Mila, der die Bodhi erreicht hat.

Den auf die Bodhi gerichteten Sinn besitzend,

Bin ich der Meditation des auf die Bodhi gerichteten Sinnes ergeben.

Da ich die große Bodhi schnell erlangt habe,

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· 18 · Las cien mil canciones de Milarepa (Mgur 'bum) — Milarepa · The Conscious Library