Chapter 30 of 34
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Gedeihen die Obstbäume von Jambudvipa im Süden:
Mir, dem die Bergeinsamkeit wählenden Klausner,
Sind durch die Kraft der Meditation über die Leere
Die Gaukelspiele männlicher und weiblicher Kobolde und Yaksha entstanden:
Die Gaukelspiele sind eine große Zierde des Klausners.
So vernehmt: ich bin der Klausner Milaraspa,
Mit des Liedes Wohllaut weiß ich zu deuten,
Mit den Worten wahrhaftiger Rede die Lehre zu erklären
Richtet eueren Sinn auf die höchste Erkenntnis,
Und wenn auch ein Nutzen für andere Wesen nicht daraus erwächst,
Wie solltet ihr nicht, wenn ihr die zehn Sünden meidet,
Wenn ihr auf meine Worte hört, werdet ihr großen Segen erzielen;
Wenn ihr sogleich die heilige Lehre übt, werdet ihr in Zukunft glücklich sein!
So sang er. Da waren die Geister der Mehrzahl nach schon so weit gebracht, daß sie dem Ehrwürdigen gläubige Verehrung bezeigten und ihr Gaukelspiel einstellten. „Einsiedler, sei bedankt", sprachen sie, „doch wenn wir ohne Erklärung der Natur der Dinge deine Argumente nicht erfassen, müssen wir in unserer Unwissenheit verharren. Da wir dir ja nun gar keinen bösen Streich gespielt haben, so bitten wir, wenn auch der Segen der verkündeten Lehre von der Frucht der früheren Taten groß war, um einige neue kurzgefaßte, nützliche, leichtverständliche und freundlich anziehende Lehren; denn unser Hang zur Schlechtigkeit ist stark, und unser Verstand ist klein und von schwacher Fassungskraft." Auf ihre Bitte hin trug der Ehrwürdige folgendes Lied von den sieben rechten Dingen vor.
Dem sprachgewandten Marpa zu Füßen verneige ich mich! Gewähre deinen Segen, daß die Bodhi vollendet werde! Wenn nicht mit Worten wahrhaftigen Sinnes verbunden, Sind Lied und Stimme, wenn auch noch so wohltönend, nur einer Zither gleich. Wenn nicht durch Gleichnisse, im Einklang mit der Religion, erläutert, Sind Worte, wenn auch mit Geschick gesetzt, nur ein leeres Echo. Wenn die praktische Ausübung der Religion nicht von Herzen kommt, Ist es, auch wenn man sagt, daß man sie kennt, eine bloße Täuschung. Wenn man über die Vorschriften der Unterweisung in der Wahrheit nicht
nachdenkt, Ist es, auch wenn man die Bergeinsamkeit wählt, eigenes Mißgeschick. Wenn man die heilige Religion des wahren Heils nicht übt, Ist die Magie, auch wenn man darin sehr stark ist, nur ein Unglück. Wenn man die Vergeltung der Werke nicht genau berechnet, Sind Worte und Ratschläge, wenn auch noch so groß, nur ein f rommerWunsch. Wenn man den Sinn der Worte nicht betätigt,
Ist man, auch wenn man im Augenblick viele Worte macht, nur ein Lügner. Reinigt euch von den Lastern, und sie werden sich allmählich vermindern; Erstrebt die Tugend, und ihr habt innere Kraft gewonnen. Richtet euere Gedanken auf einen Punkt und nehmt es euch zu Herzen! Aus wortreichen Erklärungen entsteht nur geringer Nutzen; In diesem Sinne nehmt es euch, bitte, zu Herzen!
So sang er. Da zollten sie, die Belehrung nachgesucht, dem Ehrwürdigen gläubige Verehrung, verneigten sich und umkreisten ihn viele Male, dann entfernten sich alle. Nun erschien aber erst jener Fürst Bharo selbst mit einigen Begleitern und ließ noch einmal wie vorher einen Spuk losgehen. Da trug der Ehrwürdige wiederum die Lehre von der Frucht der Taten in einem Gesänge vor:
Dem huldreichen Marpa zu Füßen verneige ich mich! Ihr Geister höret mich noch einmal! Euer in der Luft wandelnder Leib ist ungehindert; Böse Gedanken und schlimme Leidenschaften haben in euerem Herzen Wurzel geschlagen;
Mit den Fangzähnen der Sünde stürzt ihr euch auf andere;
Unter der Sünde, anderen Uebles zugefügt zu haben, müßt ihr selbst leiden:
Die Wahrheit von der Vergeltung der Werke geht nicht verloren,
Die Macht der vergeltenden Gerechtigkeit kann euch nicht fahren lassen,
Ihr selbst bereitet euch die Qualen der Verdammnis!
Ach, Aermste! Wenn ihr über den Wahnsinn der Höllengeschöpfe,
Ueber die Verzweiflung, die durch schlechte Werke bewirkt wird,
Wenn ihr über dergleichen selber nachdenkt, erhebt sich der Wind solcher
Gedanken. Ihr habt schon früher Schlechtigkeit auf Schlechtigkeit aufgehäuft, Und noch immer begehrt euer Herz, Böses zu sammeln: Gepackt von der Sünde des Schlachtens, Liebt ihr zur Nahrung Fleich und Blut; Ihr raubt, als übtet ihr ein Gewerbe, das Leben der Wesen: Darum werdet ihr unter den sechs Klassen der Wesen in der Gestalt der
Preta, In Sünden wandelnd, zur Hölle fahren. O laßt ab! Wendet eueren Sinn der Lehre zu! Wenn ihr ohne Hoffnung und Furcht seid, ist die Glückseligkeit schnell
Darauf sprachen jene: „Durch deine uns gegebenen Erklärungen der Lehre sind wir nun gar kenntnisreich und gutbegreifend. Solchem Verständnis entsprechend, sage uns jetzt, wie du dir selbst diese Zuversicht erworben hast." Da trug der Ehrwürdige folgenden zuversichtsvollen Sang vor:
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