Chapter 29 of 34
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Darauf ließen die Geister von schwacher Kraft von selbst ab; die stärkeren indessen suchten, obwohl sie keine Gelegenheit fanden, noch einmal nach einer Gelegenheit, ihm beizukommen. Da wurden sie gerade an der Stelle, wo der Pfad des Felsvorsprungs der Daka endete, durch den die Anfechtungen besiegenden Zauberblick des Ehrwür- digen zurückgeschlagen. Nun war der ganze Spuk zu Ende. An jener Stelle blieb in einem Steine seine Fußspur zurück.
Darauf schritt er eine Strecke weiter. Der Himmel heiterte sich auf, und in froher Stimmung ließ er sich auf einem Felsvorsprung nieder. Dort versenkte er sich in eine Betrachtung der Liebe zu allen Geschöpfen, wodurch ihm reicher Gewinn an innerer Förderung zu teil ward. Davon heißt dieser Platz der „Felsvorsprung der Liebe".
Darauf kam er zu dem Flusse Chu bzang (gutes Wasser). Als er sich in die Betrachtung des strömenden Wassers versenkte, ging der 10. Tag des ersten Herbst- monats des Feuer-Tiger-Jahres (10. September 1086) zur Rüste.
Da erschien, von dem großen nepalesischen Dämonenfürsten Bharo angeführt, ein ganzes Heer von Geistern und erfüllte Fluß, Tal, Himmel und Erde. Sie schleuderten auf den Ehrwürdigen einen schrecklichen Regen von Felstrümmern, Donnerkeilen und
anderen Waffen herab, riefen ihn beim Namen und stießen ein Geschrei wie: fange! töte! und andere gräßliche Worte aus. Auch ließen sie viele häßliche Gestalten erscheinen. Im Gedanken an die Nachstellungen der Geister trug er ihnen die wahr- haftige Lehre von der Frucht der Taten in folgendem Gesänge vor:
Entstehen die Gaukelspiele der männlichen und weiblichen Dämonen und
Yaksha. Ach, ihr armseliges Hungervolk der Hölle, Mir könnt ihr keinen Schaden zufügen 1 Die angesammelte Frucht euerer früheren schlechten Taten Ist jetzt durch die gereifte Vergeltung in euerem Körper wirksam. In der Form der in der Luft wandelnden Seelen Tun sie durch die Erregung der Sünden schlechter Gedanken Und durch das scharfe Gift von Leib und Wort Nichts anderes als töten, schneiden, schlagen und stechen, sagt man. Einfachen Herzens wandle der Einsiedler Ras pa, Einfältigen Sinnes, voll Zuversicht auf seine Beschauung, Dem Wandel des tapferen Löwen gleich! Der Leib sehnt sich nach dem Hort des Götterbildes, Die Rede sehnt sich nach dem Hort des Zaubers, Das Herz sehnt sich nach dem Hort der Erleuchtung. Die sechs Arten der Sinneswahrnehmung preise ich. Mich, der ein solcher Yogin ist, Kann euer, der Preta, Höhnen nicht verletzen. Da die Belohnung der Tugenden und Sünden wahr ist, Sammeln die Wesen Vergeltung durch Mißgeschick Und verzweifeln in der Hölle. Ach, ihr Sündenvolk der Hölle,
Armselige, die ihr Sinn und Wesen der Dinge nicht wißt! Ich, der abgemagerte Milaraspa hier, Habe die Religion mit einem Liede belehrender Rede erklärt,
Das den durch das Lebensprinzip geeinigten Wesen
Gleichsam ein elterlicher Beistand geworden
Und sie kraft seiner Wohltätigkeit vor Unglück bewahrt.
Wenn ihr über die Vergeltung der Werke nachdächtet, wäre vortrefflich;
Wenn ihr die zehn Tugenden der Religion übtet, wäre vortrefflich.
Versteht mein Wort gut und prüft es mit Ueberlegung!
So sang er. Doch die Dämonenheere riefen: „Mit deiner Zungenfertigkeit kannst du uns nicht den Kopf verdrehen; wir sind nicht gekommen, um unsere Magie einzu- stellen und dich hübsch in Ruhe zu lassen." Ihre Heere wurden zahlreich und der Spuk mehrte sich. Der Ehrwürdige überdachte die Sache und rief den Dämonenheeren zu: „Der dank der Gnade seines Lama das Wesen der Dinge durchschauende Yogin em- pfindet den Teufelsspuk der Widersacher als einen Segen für seine Seele. Meinetwegen treibt es noch schlimmer! Ich verharre hier mit der höchsten Bodhi vereinigt." Darauf trug er den Sang von den sieben großen Zierden vor:
Zu des Herrn, des sprachgewandten Marpa, Füßen verneige ich mich.
Ich, der das Wesen der Dinge durchschauende Yogin,
Ihr hier versammelten männlichen und weiblichen Schadenstifter (Yaksha),
In einem Caitya des in der Mitte der Welt gelegenen herrlichsten Berges
Strahlt im Süden der Lichtglanz des Lasurs:
Dem Himmel von Jambudvipa ist er eine große Zierde.
Strahlt der Lichtglanz des Sonne-Mond-Paares:
Allen vier Kontinenten ist es eine große Zierde.
Aus dem Wasserdampf, der aus dem Ozean aufsteigt,
Bilden sich im ganzen Luftraum die Südwolken:
Die Südwolken sind eine große Zierde des Luftraums.
Aus der Verbindung der Wärme und Feuchtigkeit der Elemente
Entsteht im Sommer gegenüber den Almen der buntfarbige Regenbogen:
Der Regenbogen ist eine große Zierde der Almen.
Durch den im Westen aus dem Manasarovara-See hervorströmenden Fluß
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