Chapter 25 of 34
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Ließe ich es an der schuldigen Rücksicht gegen den Nirmanakaya der
Siddha fehlen. Die fünf krummen Adern werden durch den Wind gerade gemacht, Die fünf widrigen Winde werden an ihrer Stelle vernichtet, Die fünf unreinen Niederschläge des Körpers werden im Feuer verbrannt. Der Stamm der fünf Sündengifte der Seele wird zu Boden gerissen: Der Zweifel, der aus diesem Feinde kommende Wind, wird in der mittleren
Ader vernichtet. Der den schädigenden Feind bezwingende Held Sollte gegen schlechte Freunde nicht ergeben sein.
Als er so gesprochen, sagte Dharmabodhi für das Lied von der Uebung der Me- ditation des Yogin seinen Dank. Der Ehrwürdige sprach zu Dharmabodhi: „Geruhe, mir die tiefen Hauptpunkte deiner Merkverse vorzutragen." Da trug Dharmabodhi folgendes Lied vor:
An den, der die Ausführung der trefflichen Beschauung lehrt, Richte ich mein Gebet in dieser würdigen Versammlung. Möge er durch die gute Wirkung der Werke Uns segnen, daß wir uns bald wieder treffen 1 Wenn der Hang zur Skepsis nicht zerstört wird, Wozu nützt dann die Beschauung des Gemüts?
Wenn das Verlangen nach dem Glück der Eigensucht nicht gemieden wird,
Wenn man sich nicht um das Heil der Wesen bemüht,
Was nützt dann das festlich versammelte Gefolge?
Das ist die Ursache von Trug, Täuschung und Scham.
Wenn man als Frucht nicht die Uneigennützigkeit erwirbt,
Wird die unvergleichliche Bodhi nicht erreicht.
Doch durch die Darlegung deiner eigenen Umstände trifft dich Schaden;
Wenn man Krieg beginnt, ist große Ursache zum Verfall da.
Schweigend dasitzen ist eine tiefe Lehre.
Wohlklingend ist dein Gesang, tibetischer Yogin!
Im Drang der Freude nur habe ich gesungen.
Der du in den an Pracht und Glück reichen Gefilden
Lieder zu singen froh bist, besuche mich bald wieder!
Als er so gesprochen, führten sie noch weiter viele erfreuende Gespräche. Dann ging der Inder Dharmabodhi weiter, der Tibeter Milaraspa, der Lehrer samt seinen Schülern, zog aufwärts. Die Zuhörer von Gna nam boten dem ehrwürdigen Meister den Willkommenstrunk und fragten ihn nach den Umständen seines Besuches. Zur Ant- wort trug der Ehrwürdige folgendes Lied vor:
Durch die Begegnung von Sonne und Mond am Himmel werden die vier
Kontinente erleuchtet, Durch das Zusammentreffen von Mutter und Sohn wird die Familie beruhigt, Durch die Begegnung von Wärme und Feuchtigkeit reift das saftige Obst, Durch die Begegnung der Siddha wird das Weltreich beglückt. In dem Wald von Bai po rdzong War Dharmabodhi angelangt; Milaraspa ging hin, ihn zu besuchen; Er, Dharmabodhi, erhob sich Und verneigte sich vor mir, Mila.
Faltete in der Meditationsstufa des Zung ojug die Hände und kniete nieder
Und wirkte im Dharmadhatu, der frei von Leiden und Flecken ist.
Dann führten wir aufrichtig in der reinen Einsamkeit
Sicherlich hat er schon früher zur Zeit des Jina gelebt.
Jene schöne Begegnung der brüderlichen Freunde
Gereicht heute dem ganzen Weltreich zum Ruhme.
Als er so gesprochen, wurden die Zuhörer von hoher Freude und Verwunderung ergriffen. Infolge der ihm von Dharmabodhi bezeigten Verehrung mehrte sich der Ruf ■und das Wohlbefinden des Ehrwürdigen.
Der Abschnitt vom Besuch bei Dharmabodhi.
Als der Gebieter der Yogin, der ehrwürdige Milaraspa, in der Art und Weise der Mahamudra prophetischer Erleuchtung in <>Chong lung Khyung gi rdzong verweilte, geschah es einst, daß, als er sich erhob, um Vorbereitungen für seine Mahlzeit zu treffen, gar nichts vorhanden war, weder Mehl noch Salz noch Wasser noch Gewürz, ja nicht einmal Holz in der Vorratskammer noch Wasser und Feuer auf dem Herde. Da dachte er: „Mein Tun bedeutet doch wohl eine zu große Vernachlässigung meiner Person; ich muß doch Holz sammeln gehen." Er machte sich auf, und nachdem er so viel Holz ge- sammelt, als er gefunden hatte, erhob sich plötzlich ein großer Sturm, der, wenn er sein Baumwollentuch faßte, das Holz, und wenn er das Holz faßte, sein Baumwollentuch zu zerreißen drohte. Endlich kam ihm der Gedanke: „Obwohl ich früher in dieser Berg- wildnis schon so lange verweilt habe, habe ich dennoch die Selbstsucht noch nicht auf- gegeben. Was soll ich tun, um die Gewohnheit des Haftens an der Selbstsucht zu über- winden?" „Wünschst du das Tuch", so rief er, „nimm das Tuch weg; wünschst du das Holz, so nimm das Holz!" So gab er beides dahin und setzte sich nieder.
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