Chapter 24 of 34
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Seligkeit erscheint im Wohlbefinden der Wesen,
Durch die Begegnung mit den Siddha sind viele Menschen glücklich,
Und einige Würdige tragen die Vorzeichen an sich, daß sie es noch werden.
Eines Jeglichen Geist ist so groß wie ein Berg.
Doch da ich durch meine Beschauung allein auf mich selbst gestellt bin,
wem gehöre ich an? Wer kennt die Geistesklarheit meines eigenen Geistes? Zu Verwandlungen und Zaubereien sind alle fähig, Durch die Leere werden alle zum Mitleid hingerissen, Jene sind schnell bereit, wunderbare Schauspiele zu zeigen,
Doch ich selbst bin geschickt, siegreiche Lieder zu singen, die meinem
Kerzen entsprungen sind; Ich selbst bin groß in Standhaftigkeit und Resignation. Die andern sind nicht so vortrefflich 1 Ich gehe nicht, ihn zu besuchen. Ihr, meine Söhne, mögt ihn auf jeden Fall besuchen. Doch es ist nicht eines Andern Schuld, Nur meines Alters wegen ziehe ich nicht von hier. In das herrliche Land von Udyana möchte ich pilgern. Zweifel hege ich nicht, Zuversicht ist da!
Als er so gesprochen, sagten die Männer, welche die Berufung auf das Alter nicht gelten ließen: „Milaraspa will aus Eifersucht nicht gehen." So schmähten sie ihn. Als sie nun meinten, daß es passend sei, jedenfalls hinzugehen, trug er zur Antwort folgendes Lied vor.
An die gebietenden Siddha richte ich mein Gebet! Mögen durch ihren Segen die Sünden rein werden! Wenn man unseliges Gerede nach dem Geschwätz der Leute führt Und Zweifel hegt, täuscht man allein sich selbst. Wenn zu der Zeit, wo man mit ganzer Seele der Beschauung obliegt, Viele Wesen zugegen sind, so ist das ein Hindernis. Wenn zur Zeit des Besuchs bei dem Lama, dem Gebieter, Viel künstliches Zeremoniell ist, werden die Götterfreunde gestört. Wenn man an dem Wege der rechten Mittel zu den tiefen Geheimzauber- sprüchen Zweifelt, ist man zur Vollendung nicht befähigt. Obwohl der Segen der Siddha groß ist, Herrscht Unwille, wenn die Schar des Gefolges zahlreich ist. Du, mein Sohn Ras chung, brüderlicher Freund, geh jedenfalls hin!
Als er so gesprochen, sagte Ras chung pa: „Viele Männer, die doch Sünden an- sammeln, gehen sicher zu ihm hin, so wird es auch segensreich für uns sein; deshalb wollen wir zur Uebung der Religion zu Dharmabodhi gehen." Ras chung pa und die übrigen Schüler sagten freudig: „Wenn der Ehrwürdige hingeht, mag er auf indisches
Gold rechnen; wenn er Gold gewonnen hat, wird ihm die Reise Ruhm bringen." Als Antwort darauf trug er folgendes Lied vor:
An die gebietenden Siddha richte ich mein Gebet!
Mögen durch ihren Segen die Wünsche des Bettlers erschöpft seinl
Möchte das rechte Maß des Tuns zum Gesetz werden 1
Wenn das rechte Maß des Tuns nicht zum Gesetz wird,
Wäre das Verständnis vom Wesen der Beschauung des reinen Sinnes gering.
Die Mitwirkung von Freunden zur Erzeugung der Beschauung und Be- trachtung begehre ich nicht;
Wenn ich Freunde begehrte zur Mitwirkung bei der Entstehung der Selbst- befreiung durch die Beschauung,
Wäre mein Verständnis vom Wesen der ununterbrochenen Beschauung wahrlich gering.
Wäre sein Verständnis vom Wesen des Weltverzichts wahrlich gering.
Wäre mein Verständnis vom Wesen der Heiligkeit wahrlich gering.
Ras chung, nach dem Gewinn köstlichen Ruhmes verlange ich nicht;
Wenn ich nach dem Gewinn köstlichen Ruhmes verlangte,
Wäre mein Verständnis vom Wesen des Vertrauens auf den Lama wahrlich gering.
Als. er so gesprochen, fügte er hinzu: „Geht ihr selbst zuvor, ich werde später kom- men." So entsandte er seine Schüler zuerst. Indem sie unrichtige Zweifel hegten, ob der Ehrwürdige wohl kommen würde oder nicht, gelangten sie endlich nach Bai po rdzong. Der Ehrwürdige verwandelte seinen Leib in ein kristallenes Caitya und ging wie eine Sternschnuppe unbehindert am Himmel hin. Als Dharmabodhi, der unter seine Schüler getreten war, ihn erblickte, wurde er von Staunen ergriffen, seine Schüler nährten Zweifel. Doch als der Ehrwürdige vom Himmel herabstieg, freuten sie sich außerordentlich. Darauf traten der Lehrer und die Schüler vereint vor Dharmabodhi hin. Der Inder Dharmabodhi stieg von seinem Sessel herab und verneigte sich vor dem Tibeter Milaraspa. Alle glaubten, daß Milaraspa besser sei als Dharmabodhi. Gegenüber
diesen beiden konnten sich alle Versammelten von der Vorstellung Buddha's nicht losreißen. Darauf ließen sich beide Siddha auf einen und denselben Sessel nieder und führten einander erfreuende Gespräche. Dharmabodhi sagte zu dem Ehrwürdigen: „Du, der allein dahinlebt und sich selbst Befriedigung gewährt, sei für dein Kommen bedankt!" Der Ehrwürdige trug zur Antwort folgendes Lied vor:
Zum Nirmanakaya des Lama sende ich mein Flehen!
Mögen die der Ueberlieferung anhängenden Siddha gesegnet sein!
Unter der hier versammelten Menge würdiger Nepaler und Tibeter;
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